Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) – verständlich erklärt
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein leicht verständliches Dokument, das ein zertifizierter Energieberater für Ihr Haus erstellt. Es zeigt Schritt für Schritt, mit welchen aufeinander abgestimmten Maßnahmen Sie Ihr Gebäude energetisch modernisieren, in welcher Reihenfolge, mit welcher Wirkung und über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren. Statt einzelne Baustellen nacheinander abzuarbeiten, bekommen Sie einen roten Faden für Ihr Haus. Diese Seite zeigt, was in so einem Fahrplan steht, wie er entsteht und warum sich die Förderung an ihn knüpft.

Was steht in Ihrem Sanierungsfahrplan?
Der iSFP folgt einem bundesweit einheitlichen Aufbau, das macht ihn vergleichbar und für Förderstellen anerkannt. Am Ende halten Sie zwei Dokumente in der Hand, die aufeinander aufbauen:
- „Mein Sanierungsfahrplan”: die Übersicht. Sie zeigt den heutigen Zustand Ihres Hauses und die empfohlenen Maßnahmen als anschauliche Schritt-für-Schritt-Grafik.
- „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen”: der Praxisteil. Hier steht zu jedem Schritt im Detail, worauf es bei der Umsetzung ankommt.
Das Herzstück ist eine farbige Skala vom heutigen Ist-Zustand bis zum sanierten Zielzustand, von Rot (viel Verlust) bis Grün (effizient). So sehen Sie auf einen Blick, wo Ihr Haus heute steht und wie weit jede Maßnahme es nach vorne bringt. Für jeden Schritt sind die zu erwartende Energieeinsparung, die groben Kosten und die mögliche Förderung hinterlegt. Statt einer abstrakten Zahlenwüste bekommen Sie ein Bild, das auch Laien sofort verstehen.
Wichtig dabei: Die Maßnahmen sind zu Paketen gebündelt, die technisch zusammengehören. Neue Fenster ohne durchdachte Lüftung können zu Schimmel führen; eine neue Heizung ohne bekannte Dämmung wird schnell zu groß ausgelegt. Der Fahrplan denkt diese Abhängigkeiten von vornherein mit.
Warum die Reihenfolge über den Erfolg entscheidet
Der eigentliche Wert des iSFP steckt nicht in der Liste möglicher Maßnahmen, die kennt jeder ungefähr. Er steckt in der richtigen Reihenfolge. Ein Haus ist ein zusammenhängendes System, und wer in der falschen Reihenfolge saniert, verschenkt Geld oder macht Schritte doppelt.
Ein Beispiel: Wer zuerst die Heizung tauscht und erst danach das Dach dämmt, hat die neue Heizung auf ein schlecht gedämmtes Haus ausgelegt, sie ist dann zu groß, taktet und läuft ineffizient. Umgekehrt liefert eine gedämmte Hülle die Grundlage, um die Heizung, etwa eine Wärmepumpe, schlank und effizient zu dimensionieren. Genau deshalb gehört zu jeder Heizungsplanung eine saubere Heizlastberechnung, und genau diese Zusammenhänge sind der Kern einer Energieberatung, aus der der Sanierungsfahrplan hervorgeht.
Der iSFP macht diese Logik sichtbar: Er ordnet die Schritte so, dass jede Maßnahme auf der vorherigen aufbaut, umsetzbar in Ihrem Tempo, über bis zu 15 Jahre verteilt.
Wie Ihr iSFP entsteht
Der Sanierungsfahrplan ist das Ergebnis einer Energieberatung, er fällt nicht am Schreibtisch vom Himmel, sondern entsteht aus der Aufnahme Ihres Hauses vor Ort. In Kürze läuft das so:
Aufnahme vor Ort
Erfasst werden Wände, Dach, Fenster, Keller, die Heizung und die Lüftungssituation. Dazu kommt, was Sie selbst vorhaben.
Analyse des Ist-Zustands
Aus den Daten wird das Gebäude rechnerisch nachgebaut. Daraus ergibt sich, wo es die meiste Wärme verliert.
Maßnahmen und Reihenfolge
Die passenden Maßnahmenpakete werden entwickelt und in die sinnvollste Abfolge gebracht, abgestimmt auf Zustand, Budget und Ihre Ziele.
Fahrplan und Erklärung
Sie bekommen den fertigen iSFP, und wir gehen ihn gemeinsam durch, damit klar ist, was wann ansteht.
Wie ausführlich die Vor-Ort-Aufnahme abläuft und was dabei alles erfasst wird, steht Schritt für Schritt auf der Seite zur Energieberatung, wo der iSFP das greifbare Ergebnis am Ende ist.
Der iSFP-Bonus – wie aus dem Plan bares Geld wird
Der größte Hebel eines Sanierungsfahrplans liegt nicht in der Beratung selbst, sondern danach: Wer die empfohlenen Maßnahmen entlang des iSFP umsetzt, bekommt für die einzelnen Schritte an Dämmung und Anlagentechnik einen zusätzlichen Förderbonus, und die anrechenbare Kostenobergrenze steigt deutlich. Aus einem Beratungsdokument wird so schnell ein spürbarer Zuschuss bei jeder Maßnahme.
Damit dieser Bonus greift, kommt es auf die Reihenfolge an, und das ist der Punkt, an dem viele Geld liegen lassen: Der Fahrplan muss vorliegen, und der Förderantrag muss vor dem verbindlichen Auftrag gestellt werden. Die Regel lautet also: erst der iSFP, dann der Förderantrag, dann der Handwerker-Auftrag. Wer erst beauftragt und dann an die Förderung denkt, verliert den Anspruch. Sie haben nach der Erstellung 15 Jahre Zeit, die Maßnahmen nacheinander umzusetzen und den Bonus jeweils abzurufen.
Die konkreten Fördersätze, Boni und Höchstgrenzen ändern sich häufig, deshalb stehen sie zentral auf einer Seite, statt sie hier verstreut zu nennen. Was heute für Ihr Vorhaben gilt, finden Sie auf der Seite zur Förderung (KfW / BAFA), Bei der Antragstellung gelten die dann aktuellen Konditionen.
Was kostet ein Sanierungsfahrplan?
Einen pauschalen Festpreis gibt es nicht, der Aufwand hängt vom Gebäude ab. Den Preis bestimmen vor allem drei Faktoren: die Größe und Anzahl der Wohneinheiten, der Zustand und die Komplexität des Hauses (ein verwinkelter Altbau macht mehr Arbeit als ein einfacher Bungalow) und der Umfang der gewünschten Begleitung bei der späteren Umsetzung.
Die gute Nachricht: Sie zahlen selten den vollen Preis. Die Erstellung des iSFP im Rahmen der Energieberatung für Wohngebäude wird staatlich gefördert, ein erheblicher Teil der Kosten wird bezuschusst, und die Antragstellung übernehme ich. Wie hoch der Zuschuss aktuell ausfällt, steht auf der Seite zur Förderung. Ein konkretes Angebot bekommen Sie nach einem kurzen Erstgespräch über Ihr Haus.
Für wen sich ein iSFP lohnt – und wann nicht
Ein Sanierungsfahrplan ist kein Selbstzweck. In diesen Situationen zahlt er sich fast immer aus, in anderen gibt es passendere Wege:
| Ein iSFP lohnt sich, wenn … | Andere Wege sind besser, wenn … |
|---|---|
| Sie schrittweise über mehrere Jahre sanieren wollen | Sie nur eine einzelne kleine Maßnahme planen |
| Sie ein älteres Haus gekauft oder geerbt haben und den Überblick brauchen | Sie das Haus in einem Zug zum Effizienzhaus sanieren |
| Sie beim Modernisieren die Förderung voll ausschöpfen wollen | ein Denkmalschutz den Spielraum stark einschränkt |
| Sie vor einem Heizungstausch wissen wollen, was das Haus dafür braucht | Sie bereits einen aktuellen, belastbaren Sanierungsplan haben |
Der iSFP spielt seine Stärke bei schrittweiser Sanierung aus, bei Einzelmaßnahmen oder einer Komplettsanierung in einem Rutsch können andere Programme passen.
Ehrlich gesagt hat der iSFP auch eine Grenze, die man kennen sollte: Das Dokument ist bewusst kompakt und anschaulich gehalten, es ersetzt keine detaillierte Ausführungsplanung für eine einzelne Maßnahme. Und er ist unverbindlich: Sie müssen keine der empfohlenen Maßnahmen umsetzen und sind an keine Reihenfolge gebunden. Genau das ist aber auch seine Stärke, Sie behalten die volle Freiheit und sichern sich trotzdem den Förderbonus für alles, was Sie tatsächlich angehen.
Pflicht oder freiwillig?
Ein individueller Sanierungsfahrplan ist freiwillig. Niemand zwingt Sie, einen erstellen zu lassen, und niemand zwingt Sie, die Empfehlungen umzusetzen. Sie entscheiden frei, was Sie wann angehen, der iSFP ist ein Werkzeug zur Orientierung, keine Verpflichtung. Verpflichtend wird er nur in einem Sinne: Wenn Sie sich den zusätzlichen Förderbonus sichern möchten, ist der iSFP die Voraussetzung dafür.
Wer erstellt Ihren Sanierungsfahrplan?
Einen förderfähigen iSFP darf nur eine qualifizierte Fachperson erstellen, die in der bundesweiten Energieeffizienz-Expertenliste geführt ist. Ein Online-Rechner oder eine Pauschaleinschätzung reicht dafür nicht.
Häufige Fragen zum Sanierungsfahrplan
Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan?
Wie hoch ist der Eigenanteil für einen iSFP?
Ist ein individueller Sanierungsfahrplan sinnvoll?
Welche Nachteile hat ein iSFP?
Muss ich die Maßnahmen aus dem iSFP umsetzen?
Wie lange ist ein Sanierungsfahrplan gültig?
Was ist der Unterschied zwischen Energieberatung und iSFP?
Kann ich einen iSFP selbst erstellen?
Weitere Themen rund um die Sanierungsplanung
Der Sanierungsfahrplan ist der rote Faden, die einzelnen Maßnahmen daraus lassen sich Schritt für Schritt umsetzen. Verwandte Themen:
- Energieberatung: der Prozess, aus dem Ihr Fahrplan entsteht.
- Förderung (KfW / BAFA): welche Zuschüsse und Boni es aktuell gibt und wie der iSFP-Bonus greift.
- Heizlastberechnung: die technische Grundlage, sobald der Fahrplan an die Heizung geht.
- Hydraulischer Abgleich: bringt die neue oder vorhandene Heizung auf den effizientesten Punkt.
- Beratung in Ihrer Region: der Stand der kommunalen Wärmeplanung unterscheidet sich je Stadt und gehört in den Fahrplan.
